Fachkommentar zu Fall Nr. 271914 KH-CIRS-Netz Deutschland Drucken
05.03.2025
KH-CIRS-Netz Deutschland: Fall Nr. 271914: „Unklare Aufgabenverteilung im Notfall“

Fachkommentar des Fachbeirats CIRSmedical.de (BDA/DGAI)

Download Fachkommentar Fall-Nr. 271914 (PDF)

Autor: Prof. Dr. med. Michael St.Pierre in Vertretung des Berufsverbandes Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie & Intensivmedizin (DGAI)

Sie schildern eine Situation, welche allen in der Notfallversorgung tätigen Personen sehr vertraut vorkommen dürfte: Man wird als Team von einem Notfall überrascht, und insbesondere in den ersten Minuten erscheint die Versorgung oft etwas hektisch und chaotisch, bis im Idealfall alle Beteiligten zu einer Rollenklarheit gefunden haben und die weitere Versorgung routiniert ablaufen kann.

Die konstruktive Aufarbeitung von subjektiv wahrgenommenen Problemen bei der Patientenversorgung ist die Domäne des Debriefings unmittelbar im Anschluss an das Geschehen (und eigentlich nicht das CIRS). In diesem Debriefing sind den Einzelnen die Details der Handlung und die eigenen Gedanken noch relativ bewusst, so dass sich gemeinsam gut herausarbeiten lässt, was gut lief und woran es gelegen haben könnte, dass es zu Problemen - oder wie in Ihrem Fall zu Komplikationen - im Rahmen der Versorgung kam. Derartige detaillierte Erkenntnisse können also nur die Beteiligten selbst als Selbstreflexion, nicht aber ein anonymer CIRS-Bearbeiter liefern.

Somit wäre die relevante Frage an Sie, ob derartige Debriefings Teil Ihrer gelebten Teamarbeit sind. Wenn nicht, so können wir Sie nur ermutigen, dies schrittweise Teil Ihres Arbeitsalltags werden zu lassen.

Als einzige Ansatzpunkte fällt dem Leser bei Ihrer Schilderung auf, dass Notfallmedikamente nicht an einem einheitlichen Ort abgelegt sondern in eine Kitteltasche gesteckt wurden, und er stellt sich die Frage, ob Sie denn die von der DIVI empfohlenen Medikamentenaufkleber verwendet haben, welche zumindest die Verwechslung zwischen Wirkgruppen (hier: Sezierung und Muskelrelaxierung) unwahrscheinlicher machen können.

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